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Lübbertsfehn ist eines der landschaftstypischen so genannten Fehndörfer.
In den baum-und buscharmen Landstrichen der Marsch und damit in den Dörfern und Städten der fruchtbaren Geest, bestand seit eh und je ein außerordentlicher Mangel an Brennmaterial. Deshalb begannen die Emder und Oldersumer um das Jahr 1550 Torfabbauarbeiten in den Mooren nahe des Flumms ( heute: Fehntjer Tief). Durch die vorhandenen Wasserwege konnte der Torf dann per Schiff (den so genannten Törfmuttjes) in die Marschregion gebracht werden.

Die heutigen Fehndörfer wurden im wahrsten Sinne des Wortes aus der Not heraus "geboren". Denn durch das stete Anwachsen der Bevölkerung in den Geestdörfern wurden neue Siedlungsregionen gesucht. Landarme Bauernsöhne gingen in die bis dahin unerschlossenen Moore, um ihren Lebensunterhalt zu sichern und einen Platz zum Leben zu finden.

Für die Entstehung des späteren Lübbertsfehns war Lübbert Cornelius die treibende Kraft. Er bemühte sich um die Zuweisung von Moorflächen zur Ansiedlung von Kolonisten. Am 26.12.1637  kaufte er die Gemeinschaftsweide der Herdbesitzer von Ostersander. Die Heide- und Moorlandschaft war 200 Diemat (ein Diemat entsprach etwa 5700 m²) groß. Cornelius bezahlte dafür 950 Gulden. Die Ostersander Bauern behielten sich allerdings weiterhin das Recht vor "Ihr Holz, Torf und andere Wahren, zur Haußhaltung nötig, auf den Tiefs" zu transportieren. Am 2. Januar 1639 wurde der 2. Vertrag über 200 Diemat zwischen Lübbert Cornelius und "Hernn Ullrich, Graf und Herr von Ostfriesland" abgeschlossen. Diesmal war es kein Kauf-, sondern ein Erbpachtvertrag mit der Bedingung 5 Last Torff oder 25 Reichstaler dafür zu liefern.

Der Oberpächter Lübbert Cornelius siedelte selbst nicht, er vergab das Land in Erbpacht an die so gennante Fehngesellschaft - die "Fehncompagnie". Diese siedelten und gaben auch Parzellen an Siedlungswillige weiter. In einer Urkunde von 1676 tauchen folgende Namen von Siedlern auf: Jann Harmens, Ruliß Janßen, Harmen Hendrichs, Hinrich Gellmers, Gerdt Janßen, Hinrich Dirks, Harmen Geerdts, Helmer Peters, Dirk Rahmann, Tonis Hinrichs Witwe, Jacob Janßen, Gerdt Hardenberg, Harmen Dirks, Peter Evers und Behrend Franken.

Als der Torf abgegraben war, hielt die Landwirtschaft Einzug in das Dorf. Sie bestimmt auch heute noch das Landschaftsbild Lübbertsfehns.
Zum Ortsbild vieler Dörfer gehört es eigentlich, dass in ihrer Ortsmitte ein Gotteshaus zu finden ist - nicht so in Lübbertsfehn. Hier mussten die Einwohner seit der Ortsgründung im Jahre 1636 damit leben, Gottesdienste und sonstige kirchliche Amtshandlungen in der etwa sechs Kilometer entfernten Kirche von Weene abzuhalten - das ist auch heute noch so.


                                                Quelle: www.ihlow.de


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